Systemischer Lupus erythematodes: Mit Biomarkern die Krankheitsaktivität erfassen
In der Pathophysiologie des SLE stellt Interferon-alpha das zentrale Zytokin dar. SIGLEC1 ist ein Interferon-reguliertes Adhäsionsmolekül auf Monozyten und kann in der Durchflusszytometrie bestimmt werden. Ziel einer Arbeit Berliner Rheumatologen des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums (DRFZ) und der Charité um T. Rose war es, denjenigen Biomarker zu identifizieren, der die Änderungen der Krankheitsaktivität beim SLE am besten anzeigt.Insgesamt 35 SLE-Patienten wurden in Intervallen (4-12 Wochen) im ambulanten und stationären Bereich untersucht. Bei jeder Visite wurden Routinelaborwerte, Autoantikörper, SIGLEC1, die Medikation und der SLEDAI2000 sowie BILAG2004 erfasst. Die Änderungen der Krankheitsaktivität wurden gegen die Änderungen der Biomarker mittels linearer Regression auf Signifikanz hin untersucht. Es zeigte sich, dass die Änderungen der anti-dsDNS-Antikörper und von Komplementfaktor C3 nicht mit den Änderungen der Aktivitätsindizes im zeitlichen Verlauf korrelierten. Einzig die Änderungen der mittleren Fluoreszenzsintensität von SIGLEC1 korrelierten signifikant mit den Änderungen im SLEDAI2000- (p=0,02) und des BILAG2004-Score (p=0,007). Damit ist SIGLEC1 den etablierten Biomarkern Komplementfaktor C3 und anti-dsDNS-Ak bei der Aktivitätsbeurteilung des SLE im Verlauf überlegen und kann schnell und einfach in der Durchflusszytometrie bestimmt werden. Die Ergebnisse legen zudem nahe, dass Interferon-alpha als Aktivitätsvermittler beim SLE ein vorrangiges therapeutisches Ziel darstellt.
Quelle: 116. DGIM-Kongress, Wiesbaden, 10.-14. April 2010; Freier Vortrag, Abstr. PS 101

