20.07.2010

Rheumatoide Arthritis - Von der Diagnostik zur Pathophysiologie

Der serologische Nachweis von ACPA-Antikörpern ist als sensitiver und hoch spezifischer diagnostischer Marker fest im diagnostischen Algorithmus bei der RA etabliert. Prominentester Vertreter der ACPA-Immundiagnostik ist neben dem Test auf cyclische citrullinierte Polypeptide (CCP) der Nachweis von Auto-AK gegen mutiertes citrulliniertes Vimentin (MCV). Subklassenanalysen haben ergeben, dass ACPAs hauptsächlich aus den gereiften Isotypen IgG1 und IgG4 bestehen, was auf eine wesentliche Unterstützung der autoreaktiven Plasma- und B-Zellen durch T-Helferzellen hindeutet.

Vor diesem Hintergrund analysierten Regensburger Internisten um Dr. C. Probst bei anti-MCV positiven RA-Patienten die T-Zellantwort auf Vimentin und untersuchten mögliche Unterschiede im Hinblick auf die T-Zellaktivierung durch Stimulationen mit citrullinierten Vimentinvarianten. Hierzu wurden PBMC von 20 RA-Patienten mit positiven MCV-Auto-AK-Titern isoliert und diese dann mit mutiertem, citrullinierten (MCV), citrulliniertem (CV) oder mit nativem Vimentin (V) stimuliert und die Sekretion der Zytokine IFNg, IL-2, IL-4, IL-10 und IL-17A mittels ELISA bestimmt.

Durch Stimulation der PBMC mit Vimentin konnte eine signifikante Zunahme der IFNg, IL-10, IL-17A sowie IL-2 Sekretion nachgewiesen werden, wobei CD4+ und CD8+ T-Zellen als Hauptproduzenten identifiziert werden konnten. Es zeigte sich eine deutliche Dominanz IL-10 positiver Zellen, wobei bei den RA-Patienten mit hohen Anti-MCV-Titern die höchste Dichte IL-10 produzierender T-Zellen festgestellt werden konnte. In den MCV- und CV-Stimulationsansätzen zeigten sich im Hinblick auf die Zytokinfreisetzung keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zu den Stimulationen mit nativem Vimentin.

Bei RA-Patienten mit positiven MCV-AK-Titern lassen sich vimentinspezifische T-Zellen nachweisen, wobei sich die vimentininduzierte T-Zellaktivierung nicht durch eine Citrullinierung steigern lässt. Das Muster der Zytokinsekretion nach Vimentinstimulation weist auf eine Th2-gerichtete Immunantwort hin, die womöglich die Produktion von ACPA in der RA unterstützt und deshalb von besonderer pathophysiologischer Bedeutung ist.

Quelle: 116. DGIM-Kongress, Wiesbaden, 10.-14. April 2010; Abstr. PS 270

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