Osteologie 2010 – Highlights aus Berlin


Bereits heute sind weltweit Knochen- und Gelenkerkrankungen die Hauptursache für lang anhaltende Schmerzen und körperliche Beeinträchtigung, private und berufliche Einschränkungen bis hin zur Invalidität. Aus diesen Gründen wurde schon im Jahre 2000 die „Bone and Joint Decade 2000-2010" von der WHO in Genf ausgerufen, um weltweit die Relevanz von Erkrankungen und Verletzungen der Haltungs- und Bewegungsorgane für den Einzelnen sowie für die Gesundheits- und Sozialsysteme zu verdeutlichen. Ebenso hatte der Gesundheitsforschungsrat (GFR) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im November 2004 beschlossen, eine Roadmap zu erarbeiten, in die auch die muskuloskelettalen Erkrankungen aufgenommen wurden.
Optimierung einer nachhaltigen Prävention, der Diagnostik und der Therapie osteologischer Erkrankungen durch Forschung, Fortbildung und Aufklärung sind daher auch die Schwerpunkte der Aktivitäten des Dachverbandes Osteologie (DVO). Hierzu wurden flächendeckend Qualitätsstandards (OsteologINNen DVO), Handlungsalgorithmen (S3-Leitlinie) und notwendige Kompetenz-Strukturen (Osteologische Schwerpunktzentren DVO) geschaffen. Zur Qualitätsevaluation hat der DVO nun aktuell auch ein Deutsches Osteoporose-Register initiiert. Denn trotz erheblicher Fortschritte in den vergangenen Jahren, ist die Versorgungssituation von Osteoporose-Patienten in Deutschland auf dem niedrigsten Niveau im Vergleich mit anderen EU-Ländern. Nur etwas mehr als 10 % der zu behandelnden Patienten erhalten eine effiziente spezifische antiosteoporotische Therapie. Daher war man sich auf dem Osteologie-Kongress 2010 einig, dass die Forschung zu muskuloskelettalen Erkrankungen weiter ausgebaut werden muss.
Gleichzeitig sind dringend Maßnahmen erforderlich, die eine schnelle Übertragung der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis gewährleisten, Maßnahmen zur Vorbeugung von Erkrankungen implementieren und Versorgungsprozesse optimieren. „Die Forschung muss Grundlage für die weitere Verbesserung medizinischer Versorgungsstrukturen sein und dem Patienten zu Gute kommen“, so Dr. Hermann Schwarz, Freudenstadt, Vorsitzender des DVO.
Quelle: Pressekonferenz der DVO im Rahmen des Kongresses „Osteologie 2010“, Berlin, 5. März 2010

