21.07.2010

Postmenopausale Osteoporose: Neue Daten zu Kombinationstherapie

Bislang besteht noch Unklarheit über die Möglichkeiten einer Kombinationstherapie mit Teriparatid (PTH) und Bisphosphonaten bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose. Eine aktuelle Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams um Prof. Dr. Christian Kasperk, Heidelberg, untersuchte die Wirkungen einer Kombination von Zoledronat (ZOL-Infusion 5 mg 1x pro Jahr) mit einer täglichen Anwendung von (1-34) hr PTH 20 µg s.c. im Vergleich zu den beiden Einzeltherapien auf (DXA-)BMD von Wirbelsäule und Hüfte sowie auf Knochenmarker (ß-CTx, P1NP) über ein Jahr.

In der partiell doppelblinden, randomisierten 12-monatigen Multizenterstudie wurden 412 postmenopausale Frauen mit Osteoporose (45-78 Jahre, 65±9 Jahre) im Verhältnis 1:1:1 auf eine der folgenden drei Behandlungsgruppen randomisiert: Kombination von PTH und ZOL (n=137), ZOL allein (n=137) sowie PTH allein (n=138). Der Vergleich der Therapiegruppen im Hinblick auf die prozentualen Veränderungen der BMD an Wirbelsäule und Gesamthüfte im Vergleich zu den Ausgangswerten wurde für die Wochen 13, 26 und 52, basierend auf der Differenz der Least Square Means (LSM) des 2-Wege-ANOVA, unter Einschluss aller drei Behandlungen durchgeführt.

Insgesamt durchliefen 388 Frauen (94,2 %) die ganze Studie. In Woche 52 ergaben sich folgende Werte für LSM der prozentualen Zunahme der BMD an der Wirbelsäule: 7,51 % in der Kombinationsgruppe, 7,05 % für die PTH- und 4,37 % für die ZOL-Gruppe (n.s. für die Kombination vs. PTH; p<0,001 für die Kombination und PTH vs. ZOL). Die Kombination bewirkte einen signifikanten Anstieg der BMD an der Wirbelsäule zu Woche 13 und 26 sowie der BMD der Gesamthüfte zu Woche 13, 26 und 52 im Vergleich zu PTH allein (für alle: p<0,005). Im Kombinationsarm fielß-CTx innerhalb von 4 Wochen und stieg danach stufenweise an, wobei Werte über Baseline in Woche 39 erreicht wurden. P1NP stieg über 4 Wochen an, fiel auf den tiefsten Punkt zu Woche 8 und stieg danach ebenfalls stufenweise an, wobei Werte über Baseline zu Woche 26 erreicht wurden.

Die ß-CTx- und P1NP-Werte waren in der Kombinationsgruppe die Studie hindurch niedriger (für alle: p<0,002). Die Gesamtinzidenz schwerer unerwünschter Ereignisse betrug 9,5, 14,6 und 10,9 % jeweils für den Kombinations-, den ZOL- und den PTH-Arm. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse in der Kombinations- und der ZOL-Gruppe im Vergleich zur PTH-Gruppe waren temporäre Grippe-ähnliche Symptome nach der Infusion. Die kombinierte Verabreichung von ZOL 5 mg i.v. und der täglichen Anwendung von (1-34) hr PTH 20 µg s.c. vermindert die PTH-Wirkung auf die BMD der Wirbelsäule nicht und führt zu einer signifikant größeren Zunahme der BMD der Gesamthüfte als PTH allein. Die Kombinationstherapie kann für Hochrisikopatienten oder Patienten mit sehr niedriger BMD in Erwägung gezogen werden, resümieren die Autoren.

Quelle: Kongress „Osteologie 2010“, Berlin, 3.-6. März 2010, FV 1.1

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