Rheumatoide Arthritis - Quantifizierung der Gelenkdestruktion
In diversen Studien konnte die alters- und geschlechtsspezifische Gelenkspaltweitenreduktion bei gesunden Probanden bereits nachgewiesen werden. Ziel einer aktuellen Studie von Ärzten aus Gera und Jena um Dr. Alexander Pfeil war die Quantifizierung der Gelenkdestruktion durch die Computer-assistierte Gelenkspaltweitenmessung (CAJSA) mittels Z-Score als alters- und geschlechtsunabhängiger Parameter bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA).Insgesamt 248 Patienten mit gemäß ACR-Kriterien gesicherter RA erhielten eine Bestimmung der Gelenkspaltweiten der Metakarpo-Phalangeal-Gelenke I-V (JSD-MCP) durch die CAJSA (Radiogrammetry Kit) an Handröntgenaufnahmen. Zur Erfassung der Gelenkdestruktion wurde der Z-Score verwendet. Der Schweregrad der RA wurde anhand des Sharp-Gelenkspaltweiten-Score ermittelt.
Für den Schweregrad 0 konnte für alle MCP-Gelenke im Mittel (Z-Score=0,50) ein positiver Z-Score als Ausdruck des entzündlichen Gelenkerguss verifiziert werden. Für das MCP-Gelenk II wurde die stärkste Destruktion mit einer Abnahme des Z-Score von 0,27 (Schweregrad 0) auf -2,36 (Score 3) ermittelt. Die geringste Reduktion (Schweregrad 0: Z-Score=0,79; Schweregrad 3: Z-Score=-1,51) der Gelenkspaltweite wies das MCP-Gelenk IV auf. Der Z-Score ermöglicht somit die alters- und geschlechtsunabhängige Quantifizierung der Gelenkspaltweite bei Patienten mit RA. Im Rahmen weiterer Studien gilt es den Nutzen des Z-Scores zur longitudinalen Beurteilung der Gelenkdestruktionen unter Berücksichtigung verschiedener medikamentöser RA-Therapierregime zu bestätigen.
Quelle: Kongress „Osteologie 2010“, Berlin, 3.-6. März 2010, P54

