Stellenwert neuer Diagnoseverfahren im Fokus
Die RA ist durch eine frühzeitige periartikuläre Demineralisation der Metakarpalia und Veränderung der Gelenkspaltweite gekennzeichnet. Mediziner aus Jena und Gera um PD Dr. Joachim Böttcher bewerteten in einer Studie das Potential der digitalen Radiogrammetrie (DXR) und semi-automatischen Gelenkspaltweitemessung (CAJSA) zur Erfassung der RA-spezifischen Veränderungen in Abhängigkeit von Schweregrad und Krankheitsdauer.Das Studienkollektiv bestand aus 313 Patienten mit einer gemäß den ACR-Kriterien verifizierten RA. Für jeden Patienten wurde jährlich eine Handröntgenaufnahme angefertigt. Mittels der DXR erhielten alle Patienten eine Bestimmung des Metacarpal-Index (MCI) und der Knochenmineraldichte (BMD) im Bereich der Metakarpalknochen II bis IV. Die Gelenkspaltweitemessung erfolgte mit einem Radiogrammetrie Kit an den MCP- und PIP-Gelenken. Der Schweregrad der RA wurde mittels Steinbrocker-Kriterien dokumentiert.
Alle Korrelationen zwischen den DXR–Parametern und den Steinbrocker-Kriterien waren im Gesamtkollektiv signifikant negativ. Hinsichtlich der Steinbrocker-Kriterien konnte für den MCI und BMD als auch für die Gelenkspaltweiten von MCP- und PIP-Gelenken eine schweregradabhängige Reduktion berechnet werden. Im Rahmen des longitudinalen Studienteiles mit einem Beobachtungszeitraum von drei Jahren wurde eine signifikante Verminderung der BMD und des MCI von -22,3 vs. -33,3 % verifiziert.
Neben der schweregradabhängigen Reduktion wurde ebenso die signifikante Abnahme der DXR-Parameter im Verlauf nachgewiesen. Eine vergleichbare Veränderung konnte auch für die jeweiligen Gelenkspaltweiten dargestellt werden. Mit Hilfe dieser modernen diagnostischen Verfahren gelingt eine noch optimalere Versorgung von Patienten mit RA, welche eine präzisere Beurteilung der Progression und objektivere Abschätzung therapeutischer Effekte einschließt.
Quelle: Kongress „Osteologie 2010“, Berlin, 3.-6. März 2010, P57

