Therapie der Osteoporose: Unzureichender Compliance auf der Spur
Der klinische Verlauf einer Osteoporose beim individuellen Patienten ist entscheidend abhängig von der regelmäßigen Einnahme der Basistherapie und der korrekten Osteoporose-spezifischen Medikation. Gründe für die mangelnde Compliance vieler Patienten untersuchte Dr. Jutta Semler, Berlin.Befragt wurden 1.000 Patienten (760 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 68,7 Jahren sowie 240 Männer mit einem Durchschnittsalter von 63,2 Jahren) der osteologischen Ambulanz des Immanuel-Krankenhauses in Berlin in jährlichen Abständen. Die Überprüfung der Compliance erfolgte anhand eines umfangreichen Fragebogens zur Art, Dauer, Regelmäßigkeit der Basismedikation und der Osteoporose-spezifischen Therapie.
Bislang konnten 485 Fragebögen über einen Zeitraum von fünf Jahren ausgewertet werden. Nach einem Jahr verabfolgten noch 93 % der Patienten eine regelmäßige Therapie, nach drei Jahren noch 79 %, nach fünf Jahren nur noch 71 %. Hauptgründe für eine Unterbrechung oder das Absetzen der Behandlung waren Nebenwirkungen der Osteoporose-spezifischen Behandlung oder der Basistherapie, Angst vor Nebenwirkungen nach Lesen des Beipackzettels, unterschiedliche Zweitmeinungen, verschiedene oder unqualifizierte Informationen in den Medien oder im Internet, fehlende ärztliche Aufklärung, Probleme bei Arztterminen oder weil die behandelnden Ärzte – zumeist aus Budgetgründen – die Behandlung unterbrochen haben.
In selteneren Fällen (n=27) haben sich Patienten trotz Wohlbefinden, Besserung der Befunde, Schmerzfreiheit und ausreichender Aufklärung nach durchschnittlich 2,2 Jahren selbst dafür entschieden, die Behandlung abzubrechen.
Quelle: Kongress „Osteologie 2010“, Berlin, 3.-6. März 2010, P50

