Entzündungshemmende Nahrung bevorzugen
Besser Fisch und Rindfleisch anstelle von Schweinefleisch sollten Patienten mit Rheumatoider Arthritis essen. Dazu raten Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung…Rheuma-Patienten verzichten besser auf Bratwurst, Schweinebraten und Schmalz. „Schweinefleisch ist für Rheumatiker tabu, denn es fördert die Entzündung in den Gelenken“, erklärte der Ernährungswissenschaftler Gerhard Jahreis aus Jena anlässlich einer Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die Anfang November in Jena stattfand. Stattdessen sollten sie häufiger zu Fisch oder Rindfleisch greifen. Die Wissenschaftler beschäftigten sich auf der Tagung mit dem Einfluss der Nahrung auf Entstehung und Verlauf von im Alter vermehrt auftretenden Krankheiten.
Der entzündungsfördernde Effekt von Schweinefleisch werde durch die darin enthaltene Arachidonsäure - eine Fettsäure - hervorgerufen, erläuterte Jahreis, der Professor an der Universität Jena ist. „Tierische Omega-3-Fettsäuren - wie sie in Fisch oder Rindfleisch enthalten sind - regeln die Entzündung bei Rheuma dagegen nachweislich herunter.“ Belegen lasse sich das im Blutbild der betroffenen Patienten. Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren wiederum hätten keinen solchen Effekt.
Omega-3-Fettsäuren gehören zur Gruppe der ungesättigten Fettsäuren. Sie sind für eine gesunde Ernährung lebensnotwendig, können vom Körper aber nicht selbst hergestellt werden. Sie sind vor allem in Meerwasserfischen wie Hering und Wildlachs, aber auch in Rindfleisch enthalten. „Auf Fleisch komplett verzichten muss man als Rheuma-Patient also nicht“, fasste Jahreis zusammen. Bei Fleisch oder Fisch aus Massentierhaltung sei allerdings Misstrauen geboten: Wegen der Kraftfuttermast enhielten solche Produkte meist kaum noch Fettsäuren.
In Deutschland leidet schätzungsweise ein Prozent der Erwachsenen unter rheumatoider Arthritis, der bekanntesten Form entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Sie wird durch eine Störung des Immunsystems hervorgerufen und tritt besonders häufig erst nach dem 50. Lebensjahr auf.
Quelle: dpa

