24.03.2011

Bei Männern deutlich erhöhtes Sterberisiko

Dass männliche RA-Patienten über einen Beobachtungszeitraum von sieben Jahren hinweg ein im Vergleich zu gleichaltrigen Männern aus der Allgemeinbevölkerung mehr als doppelt so hohes Mortalitätsrisiko haben, konnten US-amerikanische Experten um Prof. Dr. Ted R. Mikuls, Omaha, in einer aktuellen Studie nachweisen.

Da Frauen insgesamt häufi ger von einer RA betroffen sind, haben sich bislang die meisten Studien zur Mortalität mit dem weiblichen Geschlecht befasst. Jedoch weisen die wenigen verfügbaren Daten zur RA-assoziierten Mortalität bei Männern auf ein womöglich im Vergleich zu Frauen noch stärker erhöhtes Risiko hin. Um hierüber genaueren Aufschluss zu erhalten, analysierten Mikuls und Kollegen die Daten von 1.015  Männern, die zwischen den Jahren 2002 und 2009 in das „Veteran Affairs Rheumatoid Arthritis" (VARA)- Register eingeschlossen wurden. Das durchschnittliche Alter der Männer bei Studieneinschluss betrug 65 Jahre, die Krankheitsdauer im Schnitt 12 Jahre. Zumeist handelte es sich um seropositive Patienten (RFpositiv 81 %, ACPA-positiv 76 %). Bei ungefähr 20 % der Teilnehmer lagen Komorbiditäten einschließlich Diabetes, COPD und kardiovaskuläre Erkrankungen vor, mehr als 80 % haben früher oder auch bei Studieneintritt geraucht.

Im Verlauf des 2.314 Patientenjahre umfassenden Follow-up wurden 138 Todesfälle verzeichnet, entsprechend einer Mortalitätsrate von 5,9 pro 100 Patientenjahren. Im Vergleich zu einem auf das Alter gematchte Kollektiv von US-amerikanischen Männern ohne RA berechnet sich daraus eine standardisierte Mortalitätsratio (SMR) von 2,1. In einer multivariaten Analyse konnten mehrere mit der Mortalität assoziierte Faktoren wie medikamentöse Therapie und Krankheitsaktivität identifi ziert werden. So zeigte sich ein erhöhtes Sterberisiko bei Männern kaukasischer Abstammung (HR 2,10), einer Therapie mit Prednison (HR 1,40), höherer Krankheitsaktivität (HR 1,35), erhöhter  BSG (HR 1,13), höheren RF-Konzentrationen (HR 1,01) und vorliegenden Rheumaknoten (HR 1,35). Ein niedriger BMI war gleichfalls mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert, mit einer SMR von sogar 5,15 bei einem BMI <20 – vermutlich im Zusammenhang mit Kachexie und Anorexie bei unzureichender Kontrolle der Entzündungsaktivität. Hingegen war eine Therapie mit Methotrexat (MTX) mit einem um 40 % niedrigeren Mortalitätsrisiko verknüpft (HR 0,63). Diese Risikoreduktion erwies sich als unabhängig von anderen Faktoren wie etwa der Krankheitsaktivität und resultiert den Autoren zufolge wohl aus einem verminderten Risiko für kardiovaskulären Tod.

Ausblick

Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass eine optimierte Kontrolle der Krankheitsaktivität insbesondere im Rahmen einer MTX-basierten Therapie bei zugleich möglichst sparsamem Einsatz von Glukokortikoiden das Langzeitüberleben von RA-Patienten verbessern könnte.

Quelle: Rheumatology 2011; 50: 101-109

 

 

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