BeSt-Studie - Medikamentenfreie Remission bei RA machbar
Die holländische BeSt-Studie lieferte in den letzten Jahren immer wieder wertvolle Informationen zu Therapiestrategien bei Patienten mit früher Rheumatoider Arthritis (RA). Interessante Daten lieferte nun eine Analyse der 5-Jahres-Daten von Dr. Naomi B. Klarenbeek, Leiden, und Kollegen zur Bestimmung der Rezidivrate nach Absetzen der Therapie bei sich in anhaltender Remission befindenden RA-Patienten. Überdies wurden wichtige prognostische Faktoren für ein Rezidiv identifi ziert und gezeigt, dass die Mehrzahl der Patienten durch eine Re-Therapie erneut in Remission gelangt.Publiziert wurden aktuell die 5-Jahres-Ergebnisse der BeSt-Studie zu 508 Patienten mit früher RA, die randomisiert vier dynamischen Therapiestrategien mit dem Ziel eines DAS _2,4 zugeführt worden waren. Bei Erreichen eines DAS <1,6 für sechs Monate wurde auch das letzte DMARD ausgeschlichen und abgesetzt. Bei einem Wiederanstieg des DAS auf >1,6, erfolgte eine Re-Therapie mit dem zuletzt abgesetzten DMARD.
Insgesamt kamen mit dieser konsequent am Therapieziel DAS-Remission ausgerichteten Behandlungsstrategie 115 der 508 Patienten (23 %) in eine medikamentenfreie Remission, insbesondere unter einer bereits initial aggressiven Kombinationstherapie mit einem DMARD, meist Methotrexat (MTX), und dem TNF-Blocker Infl iximab. Bei 46 % der Patienten war eine erneute Therapie erforderlich, weil der DAS nach im Median fünf Monaten auf >1,6 angestiegen war. Insgesamt 59 Patienten (51 %) verblieben im Median für 23 Monate in einer medikamentenfreien Remission, drei Patienten (3 %) schieden aus der Studie aus. Bei jenen Patienten, die aufgrund eines DAS >1,6 erneut ein DMARD erhielten, war der DAS von im Schnitt 1,13 zum Zeitpunkt der Remission, aber noch vor dem Absetzen des letzten DMARDs, auf durch durchschnittlich 2,18 vor Beginn der Re-Therapie angestiegen. Die wichtigsten Prädiktoren für eine Re-Therapie
waren das Vorliegen von ACPA, Sulfasalazin als letztes DMARD, ein niedriger HAQ und ein hoher mittlerer DAS bis zur Remission. Von den 53 Patienten mit Re-Therapie erreichten 39 (74 %) binnen drei bis sechs Monaten erneut eine Remission. Die mediane Zunahme der Gelenkzerstörung betrug bei diesen Patienten während des Jahres des DAS-Anstiegs 0 (0-1) Sharpvan der Heijde-Einheiten.
Kompakt
Im Verlauf von fünf Jahren ermöglichte in der BeSt-Studie eine konsequent am DAS orientierte Therapie bei fast 25 % der RA-Patienten eine medikamentenfreie Remission. Aufgrund eines späteren Rezidivs war zwar bei fast 50 % dieser Patienten eine erneute DMARD-Monotherapie erforderlich, jedoch wurde nach drei bis sechs Monaten zumeist wieder eine Remission erreicht, ohne dass es während des Rezidivs zu einer radiologischen Progression kam.
Quelle: Ann Rheum Dis 2011; 70: 315-319

