24.03.2011

Frühe Arthritis - Rasche Diagnostik, besserer Therapieerfolg

Dass die frühzeitige Diagnose und Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) zu einem besseren Therapieerfolg führt, verdeutlichen Daten der Leiden-Früharthritis-Kohorte. Nach den Erkenntnissen niederländischer Rheumatologen um Dr. Michael P. M. van der Linden, Leiden, haben Patienten mit früher Arthritis, die früh – binnen 12 Wochen – nach dem Auftreten erster Symptome behandelt werden, höhere Chancen auf eine Remission und geringere Gelenkzerstörung.

Obwohl man sich seit einiger Zeit der Bedeutung einer frühen Diagnosestellung und entsprechend frühem Therapiebeginn mit dem Ziel einer Remission zur langfristigen Verbesserung der Prognose von RA-Pati enten bewusst ist, sind die negativen Konsequenzen von Verzögerungen bei der Zuweisung von Patienten mit Verdacht auf eine frühe Arthritis zum spezialisierten Rheumatologen hinsichtlich des späteren  Outco-mes bei RA bislang nur unzureichend untersucht. Um den Zusammenhang zwischen verzögerter Zuweisung zum Rheumatologen, der radiologisch nachweisbaren Progression der Gelenkdestruktion und der Wahrscheinlichkeit für eine DMARD-freie Remission bei RA zu evaluieren, wurden die Daten von 1.674 Patienten der Leiden-Früharthritis-Kohorte analysiert. Bei 598 Patienten dieser Kohorte mit der Diagnose RA wurden diese Assoziationen über einen Zeitraum von sechs Jahren nachverfolgt.

Die mediane durch den Patienten selbst, durch Ärzte der Primärversorgung verursachte, sowie die gesamte Zeitverzögerung bei den Teilnehmern mit früher Arthritis betrug 2,4, 8,0 und 13,7 Wochen. Von allen Diagnosen hatten jene Früharthritis-Patienten mit RA oder mit Spondyloarthritiden mit je 18 Wochen die längsten gesamten Zeitverzögerungen. So wurden 69 % der RA-Patienten erst nach _12 Wochen von einem Rheumatologen gesehen. Dies war über das sechsjährige Follow-up hinweg assoziiert mit einer Hazard ratio (HR) von 1,87 für das Nichterreichen einer DMARD freien Remission sowie einer 1,3-fach erhöhten Rate der Gelenkzerstörung im Vergleich zu Patienten, die binnen 12 Wochen vom Spezialisten untersucht worden waren. Ein höheres Alter, weibliches Geschlecht, die Beteiligung kleiner Gelenke, niedrigere CRP-Spiegel sowie das Vorliegen von Autoantikörpern waren mit längeren Zeitverzögerungen assoziiert.

Kompakt

Die Ergebnisse der Leiden-Früharthritis-Kohorte beweisen eindrücklich, dass RAPatienten die erst nach zwölf oder mehr Wochen behandelt werden, langfristig seltener in Remission gelangen, ein höheres Risiko für Gelenkzerstörung und eine insgesamt schlechtere Prognose aufweisen. Diese Daten implizieren, dass es noch größerer Anstrengungen bedarf, die Zeitspanne zwischen Symptombeginn und der Vorstellung beim Rheumatologen weiter zu verkürzen.

Quelle: Arthritis Rheum 2010; 62: 3537-3546

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