13.05.2011

Erosionsnachweis – Ultraschall gute Alternative zum MRT

Zum Nachweis von Knochenerosionen bei Patienten mit früher rheumatoider Arthritis (RA) liefern Ultraschall (US) und Magnetresonanztomografie (MRT) akzeptabel übereinstimmende Ergebnisse. Damit ist der US – wenn kein MRT zur Verfügung steht – eine gute und dem konventionellen Röntgen deutlich überlegene Alternative.

US-Untersuchungen im B- und im PD-Mode von Psoriasis-Patienten ohne klinische Enthesitis-Zeichen und Gesunden belegen, dass mit beiden Verfahren eine subklinische Enthesopathie erkannt werden kann, die sich häufiger bei den Psoriasis-Patienten fand. In Langzeituntersuchungen gilt es zu klären, welche Bedeutung hier dem US möglicherweise hinsichtlich der Vorhersage des klinischen Beginns einer Psoriasis-Arthritis (PsA) zukommt.

Von allen US-Befunden zur Abklärung von Schultergürtel-Beschwerden ist die Präsenz der subacromialen-subdeltoiden Bursitis der geeignetste Parameter, um den Beginn eines polymyalgischen Syndroms von dem anderer krankheitsähnlicher Konditionen zu unterscheiden. Bei Patienten mit systemischer Sklerose wie auch bei RA-Patienten werden im US als auch im MRT (hier mit höherer Sensitivität) entzündliche Veränderungen am Handskelett dargestellt.

Magnetresonanztomografie

Das dGEMRIC (delayed Gadolinium-enhanced MR imaging of cartilage) von MCP-Gelenken ist am 3 T-MRT möglich, hilft bei RA-Patienten das Ausmaß der Degeneration morphologisch normal erscheinender MCP II- und MCP III-Knorpel festzustellen und lässt eine Unterscheidung zwischen Patienten mit früher RA und Gelenkgesunden zu.

So früh wie möglich, d. h. noch vor dem Auftreten irreversibler radiologischer Veränderungen, sollte bei Kindern die Diagnose einer Sakroiliitis gestellt werden. Während die Hüftarthritis ein Hauptrisikofaktor der Sakroiliitis ist, könnte eine Daktylitis ein protektiver Faktor sein. Die bei Kindern häufig eine Sedierung erfordernde MRT-Aufnahme der Sakroiliakalgelenke sollte nur bei bestehendem hohem Risiko durchgeführt werden. Eine Enthesitis der Kniegelenke im MRT könnte ein frühzeitiger Befund der SpA sein.

Mit einer MRT-Aufnahme lassen sich bei der als nicht-erosive Arthritis im konventionellen Röntgen definierten Jaccoud Arthropathie entzündliche Veränderungen mit Synovitis, Erosionen, Knochenzysten, Knochenmarködem und Sehnenentzündungen nachweisen.

Nuklearmedizinische Verfahren

Einer klinischen Untersuchung nicht zugängliche entzündliche Veränderungen sind im Vergleich zur MRT mit PET/CT-Scans noch detailgenauer erfassen. PET/CT-Scans stellen damit eine effektive Alternative zur Identifizierung einer Enthesitis dar und tragen so zur frühen SpA-Diagnose bei. Ein weiteres nuklearmedizinisches Verfahren ist die MPH-SPECT (multi-pinhole single photon emission computed tomography), mit der anhand des Tracer-uptake-Musters sehr sensitiv nach entzündlichen und nichtentzündlichen Gelenk-
läsionen und infolgedessen zwischen früher RA und früher OA unterschieden werden kann.

Fluoreszenzoptische Bildgebung

Die kontrastverstärkende Fluoreszenzbildgebung ist ein neues Verfahren, mit dem frühe entzündliche Veränderungen in den Fingergelenken nachzuweisen sind und das deshalb eine frühe Arthritis-Diagnose wie auch eine Objektivierung der Therapieantwort ermöglicht, so abschließend Backhaus.                       

Quelle: 6. Rheuma Update, Vortrag „Bildgebung“, Wiesbaden, 18. März 2011

 

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