Fibromyalgische RA - Welche Besonderheiten gilt es zu beachten?
Der neu geprägte Begriff „fibromyalgische RA“ charakterisiert ein Krankheitsbild, bei dem die gesicherte RA durch eine sekundäre Fibromyalgie überlagert wird. Diese Konstellation kann nicht nur die Bestimmung der Krankheitsaktivität deutlich erschweren, sondern erfordert auch eine andere therapeutische Vorgehensweise.In einer britischen Untersuchung mit 105 RA-Patienten wurde die Häufigkeit einer solchen Konstellation und deren Auswirkung auf die Erfassung der Krankheitsaktivität untersucht (Rheumatology 2010; 49: 924-928). Im Ergebnis waren 18 von 105 Patienten aus einer Kohorte mit Erstvorstellung von einer solchen Mischform betroffen, sowie 12 von 100 Patienten mit bereits andauernder Symptomatik – die RA-Patienten mit „Fibromyalginess“ waren einfach zu identifizieren durch einen hohen Tender bzw. Swollen Joint Count (TJC/SJC ≥7) mit einer Sensitivität respektive Spezifität von 83 und 80 %.
Die weitere Analyse offenbarte deutliche Auswirkungen auf den DAS28, Schmerz und die Müdigkeit in der VAS sowie im HAQ. Eine hohe Krankheitsaktivität im DAS oder CDAI zeigte sich mit einer Odds ratio von 14,3 bzw. 17,3 um vieles häufiger als bei nicht-fibromyalgischen RA-Patienten. Aufgrund der durch Nicht-RA-Mechanismen verursachten Krankheitslast ist das Erreichen einer Remission mit den bei RA gängigen Kriterien hierfür unrealistisch. Vordringlich erscheint bei diesen fibromyalgischen RA-Patienten eine sorgfältige Schmerzanalyse.
Kompakt:
Etwa 10-20 % der Patienten weisen eine fibromyalgische RA auf, die durch einen TJC/SJC von je ≥7 gekennzeichnet ist. Bei diesen Patienten sind weder die alten noch die neuen RA-Remissionskriterien für Therapieentscheidungen anwendbar. Zur Erfassung der tatsächlichen Krankheitsaktivität sollten nur objektive Kriterien herangezogen werden, zudem bedürfen diese Patienten einer stärker am nicht RA-assoziierten Schmerz orientierten Therapie.

