13.05.2011

Primäres Sjögren-Syndrom - Weiter Bedarf an neuen Therapieoptionen

Beim primären Sjögren-Syndrom besteht weiterhin ein Mangel an evidenzbasierten Therapieoptionen, wie ein im letzten Jahr publiziertes systematisches Review erneut verdeutlicht, erläuterte im Rahmen des Rheuma Update 2011 in Wiesbaden Prof. Dr. Gabriela Riemekasten, Berlin.

Laut Riemekasten wurden in dem Review insgesamt 37 bis zum April 2010 veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studien zur Behandlung des primären Sjögren-Syndroms ausgewertet – nicht berücksichtigt wurden hingegen retrospektive Studien (JAMA 2010; 304: 452-460). Zusammenfassend scheinen demnach nur Pilocarpin und Civemiline sowie topisches Ciclosporin-A (0,05 %-ig, sechs Studien) zu einer Verbesserung der Sicca-Symptomatik zu führen.

In den von dem Autorenteam analysierten Studien konnte hingegen Rituximab, so Riemekasten, die primären Endpunkte ebenso wenig erreichen wie die eingesetzten Anti-TNF-Therapien. Orale Glukokortikoide oder auch Hydroxychloroquin (HCQ) wurden von den Experten als nicht wirksam eingestuft, während Azathioprin sowie Ciclosporin-A systemisch appliziert zumindest kleinere positive Effekte zu scheinen haben. Nur ein relativ geringer Nutzen wurde in einer großen Studie auch für orales Interferon-α2a dokumentiert.

Somit scheinen alles in allem die Therapien mit Pilocarpin, Civemiline und topischem Ciclosporin-A am besten gesichert zu sein, während gerade für Rituximab noch weitere Studien erforderlich sind, um den möglichen Nutzen belegen zu können. Damit bleibt es nach Riemekasten bei der derzeit unbefriedigenden Situation mit nur wenig wirklich gut belegten Therapieoptionen beim primären Sjögren-Syndrom.       

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