RheumaPreis 2011 - Start frei für die dritte Runde

In Deutschland haben 1,5 Millionen Menschen eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, viele davon sind im erwerbsfähigen Alter. Berufstätig mit Rheuma – die Preisträger der letzten beiden Jahre haben unter Beweis gestellt, was möglich ist: „Rheuma hindert nicht zwangsläufig an der Berufstätigkeit. Es ist oft nur eine Frage des Umgangs mit der Erkrankung durch die Betroffenen selbst und ihr Umfeld“, so Silke Hüser, Bremen, eine der Preisträgerinnen 2010 (s. Abb. links). Sie hat von ihrem Arbeitgeber eine Karrierechance als Geschäftsführerin im Groß- und Außenhandel erhalten und konnte über die rheumagerechte Ausstattung ihres Büros mitentscheiden. Das ist jedoch nicht selbstverständlich, noch immer scheidet heute jeder fünfte Betroffene innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose Rheuma aus dem Arbeitsleben aus.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Rheuma aufzuzeigen, ist das zentrale Anliegen des von zehn Partner-Organisationen getragenen RheumaPreises. „Für viele Menschen mit Rheuma ist der Beruf ein wichtiger Lebensinhalt und sogar Teil der Krankheitsbewältigung. Unser Ziel ist es deshalb, zu mehr Offenheit im Umgang mit Rheuma am Arbeitsplatz anzuregen und so die beruflichen Chancen von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zu verbessern“, so Prof. Dr. Christof Specker, Essen, Sprecher der Kooperativen Rheumazentren (AGRZ) in der DGRh und Partner beim RheumaPreis. „Vielfach ist noch immer nicht bekannt, dass Rheuma auch jüngere Menschen betrifft, die noch am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen“, betont Ludwig Hammel von der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e.V., die seit Jahresbeginn die Initiative unterstützt. „Deshalb ist es umso wichtiger, mit den positiven Beispielen der Preisträger zu zeigen, dass auch mit Rheuma im Beruf viel erreicht werden kann.“ Dies macht anderen Mut und regt zum Nachahmen an – mit großem Erfolg: So verdoppelte sich die Zahl der Bewerber schon im zweiten Jahr der Ausschreibung.
Die Berufstätigkeit von Menschen mit Rheuma zu erhalten, ist auch im Interesse des Arbeitgebers, weiß Dr. Stefan Simianer, Medical Director bei Abbott Deutschland, das zu den Initiatoren zählt. „Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels ist es für Unternehmen maßgeblich, das wertvolle Know-how von Mitarbeitern zu erhalten“, sagt Simianer. „Mit dem RheumaPreis möchten wir daher auch Arbeitgeber motivieren, mehr Flexibilität zu wagen und Angestellten mit Rheuma durch gezielte Anpassungsmaßnahmen einen Verbleib im Unternehmen zu ermöglichen – zum beiderseitigen Vorteil.“
Kompakt:
Teilnehmen können Berufstätige mit entzündlichem Rheuma, damit sind auch Teams und Freiberufler sowie Hausfrauen/Mütter und Hausmänner/Väter angesprochen. Zur Teilnahme ist eine schriftliche Bewerbung bis zum 30. Juni 2011 erforderlich, in der die Bewerber die Ausgangssituation, die Wege zur Veränderung und die erreichte Verbesserung beschreiben. Eine unabhängige Jury aus Mitgliedern der RheumaPreis-Partner entscheidet über die Auszeichnungen. Bei der Preisverleihung im Herbst 2011 erhalten die Ausgezeichneten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro, die Arbeitgeber eine Anerkennung für ihr bemerkenswertes Engagement für Arbeitnehmer mit Rheuma. Weitere Informationen zu den RheumaPreis-Partnern und den Bewerbungsmodalitäten gibt es unter www.RheumaPreis.de.
Quelle: Pressemitteilung der Initiative RheumaPreis, 15. Februar 2011

