Fibromyalgie
Das Fibromyalgie-Syndrom ist eine häufige, meist chronisch verlaufende Krankheit mit anhaltenden Schmerzen in vielen Körperregionen. Insgesamt sind ein bis drei Prozent der Bevölkerung davon betroffen, zu 90 Prozent Frauen. Gelegentlich wird es auch als generalisierter Weichteilrheumatismus bezeichnet.
Symptome
Typisch sind Schmerzen in Armen, Beinen, Nacken, Rücken und in anderen Regionen. Sie fühlen sich wie „Muskelkater“ oder Gliederschmerzen bei einem grippalen Infekt an. Besonders ausgeprägt sind sie an den Sehnen-Muskel-Übergängen. Diese besonders schmerzempfindlichen Areale heißen deshalb auf Englisch „tender points“. Häufige Begleitsymptome sind:
- Schlafstörungen: schlechtes Ein- und Durchschlafen; das Gefühl, am Morgen nicht erholt zu sein; Albträume (90 %)
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit, verminderte Leistungsfähigkeit (80 %)
- Depressive Verstimmung, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit (50 %)
- Kopfschmerzen oder Migräne (40 %)
Die Beschwerden werden oft durch körperliche und seelische Belastungen oder durch Wetterwechsel verstärkt.
Diagnose
Die Diagnose wird gestellt aufgrund der ausgedehnten und anhaltenden Schmerzen in Verbindung mit einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit auf Druck an den tender points und den typischen Begleitsymptomen. Laboruntersuchungen und Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen dienen nur dem Ausschluss anderer Krankheiten. Bei Patienten mit Fibromyalgie ist die Schmerzschwelle niedriger als bei Gesunden.
Therapie
Im Gegensatz zu anderen rheumatischen Erkrankungen hat das Fibromyalgie-Syndrom einen günstigen Verlauf, weil Gelenke und Muskeln nicht geschädigt werden. Langfristig lassen sich die Beschwerden oft bessern, aber nur selten heilen.
Es gibt verschiedene Therapieansätze. Bausteine dieser multimodalen Behandlung sind medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen. Wichtig ist auch, den eigenen Umgang mit den Beschwerden zu verbessern.
Nichtmedikamentöse Maßnahmen sind:
- Wärmeanwendungen (beispielsweise Bäder, Packungen)
- Bewegungstherapie und Kraftausdauertraining
- Entspannungsverfahren
- Kognitive Verhaltenstherapie
- Patientenschulung
- Ambulante integrierte Gruppentherapie
Medikamentöse Behandlung:
Medikamente werden eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, Schlafstörungen zu beseitigen und begleitender psychische Symptome (Depression, Angst) zu behandeln. Schmerzmittel sollten möglichst nur bei starken Schmerzen eingenommen werden. Antidepressiva wie Amitryptilin verbessern oft schon in niedriger Dosis den Schlaf und andere Symptome ohne die Gefahr der Abhängigkeit.

