21.07.2011

Gleich hohes Infarktrisiko wie für Typ-2-Diabetiker

Dass bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA), aber auch anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ein exzessiv gesteigertes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse besteht, ist seit geraumer Zeit bekannt. Neue Daten lieferten jetzt dänische Kardiologen und Rheumatologen um Jesper Lindhardsen, Kopenhagen. Spannend daran ist die enorme Größe der untersuchten Kohorte, die die gesamte dänische Bevölkerung vom 1. Januar 1997 bis zum 31. Dezember 2006 umfasste.

Durch die Verknüpfung nationaler Registerdaten wurden Patienten mit der Diagnose RA oder Typ-2-Diabetes erfasst und in einer sich anschließenden Analyse vergleichend das jeweilige Risiko für einen Myokardinfarkt (MI) bestimmt. Mit berücksichtigt wurden eine begleitende medikamentöse Infarktprophylaxe, vorliegende Komorbiditäten und der sozioökonomische Status. Von den insgesamt im 10-Jahres-Zeitraum erfassten 4.311.022 Personen entwickelten 10.477 eine RA und 130.215 einen Typ-2-Diabetes. Der als Incidence Rate Ratio (IRR) ausgedrückte Häufigkeitsqotient für einen ersten MI betrug für die RA-Patienten 1,7 und für die Patienten mit Typ-2-Diabetes 1,7 (p=0,64 für Differenz), was das absolut vergleichbare Risikopotential beider Grunderkrankungen bestätigt.

Bei Stratifizierung nach Alter und Geschlecht nahm das Risiko in beiden Gruppen signifikant zu, wobei jüngere Patienten ein höheres Risiko aufwiesen. Besonders ausgeprägt war die Risikoerhöhung für Myokardinfarkt mit einer Steigerung um das 6-Fache bei unter 50-jährigen Frauen mit RA oder Typ-2-Diabetes. Das RA-bezogene MI-Risiko war weitgehend unbeeinflusst von pharmakologischen Therapiestrategien und entsprach dem Risiko einer Bevölkerungsgruppe ohne RA, die im Durchschnitt 10 Jahre älter waren.

Kompakt:
In der großen dänischen Langzeit-Kohortenstudie das Risiko für einen Myokardinfarkt bei RA vergleichbar groß wie für an einem Typ-2-Diabetes erkrankten Patienten, was die Einstufung der RA als gravierender kardialer Risikofaktor weiter unterstreicht. Insgesamt entsprach das Infarktrisiko der RA-Patienten jenem von Menschen ohne RA, die zehn Jahre älter waren.

Quelle: Ann Rheum Dis 2011; 70: 929-934

 

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