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Rheuma-Qualitätsprojekt wird 2012 nicht fortgesetzt
Der Landesvorstand Bayern des BDRh bedauert, dass das seit Januar 2010 laufende Qualitätsprojekt Rheuma zum Jahresende 2011 beendet wurde, und befürchtet demzufolge eine beträchtliche Verschlechterung der Versorgung von Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA).Obwohl mit den Qualitätsmaßnahmen, die wir gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayern und den Krankenkassen auf den Weg gebracht haben, nachweislich eine Verbesserung der Krankheitsaktivität und der Früharthritissprechstunde erreicht werden konnte, lief das Projekt „Elektronische Dokumentation Rheuma“ zum 31.12.2011 offenbar ersatzlos aus, kritisierte Dr. Florian Schuch, Erlangen, Landesvorsitzender des BDRh in Bayern.
Mehr als 40.000 Rheumatiker pro Jahr in Bayern dokumentiert
Die „Elektronische Dokumentation Rheuma“ war ein bundesweit einmaliges Qualitätsprojekt zur Erfassung von Funktion und Krankheitsaktivität bei Patienten mit RA, der häufigsten systemisch entzündlichen Autoimmunerkrankung, die 1 % der Bevölkerung betrifft. „Mit dieser Qualitätsmaßnahme wurden seit dem 1.1.2010 erstmalig flächendeckend und IT-gestützt die Krankheitsaktivität und Funktionskapazität bei Patienten/innen in Bayern mit der Diagnose RA dokumentiert, berichtete Schuch. An dieser Qualitätsmaßnahme, die in enger Abstimmung zwischen der KV Bayern, den gesetzlichen Krankenkassen und dem BDRh, Landesverband Bayern, entwickelt wurde, nahmen 94 % der aktuell 52 bayernweit tätigen niedergelassenen internistischen Rheumatologen teil und dokumentierten insgesamt 40.000 Patienten pro Jahr. Die Patientendaten wurden entsprechend den datenschutzrechtlichen Vorgaben pseudonymisiert ausgewertet und quartalsweise innerhalb von 14 Tagen an die KV Bayern weitergeleitet.
Erfolge hinsichtlich früherer Therapie und Krankheitsaktivität
Ein wichtiges Ziel der Qualitätsmaßnahme war die Förderung von Neuvorstellungen in den Praxen. Bereits im ersten Quartal der Qualitätsmaßnahme lag die Quote der Neuvorstellungen mit 30 % deutlich über dem Mindestziel von 10 %. „Eine Förderung der Früharthritis-Sprechstunde zum möglichst frühzeitigen Erkennen und rechtzeitigen Behandeln einer RA wurde damit in hervorragender Weise durch diese Qualitätsmaßnahme erreicht, erläuterte Schuch.
Auch das langfristige Ziel einer besseren Kontrolle der Krankheitsaktivität nach dem DAS28-Krankheitsaktivitätsscore und einer entsprechend angepassten, medikamentösen Behandlung wurde bereits in den ersten Quartalen der Qualitätsmaßnahme erreicht. So war der DAS28 in den Quartalen 1-4 des Jahres 2010 kontinuierlich von 3,12 auf 2,95 rückläufig. Aus diesen DAS28-Daten war sowohl eine im internationalen Vergleich gute Kontrolle der Krankheitsaktivität der von den niedergelassenen Rheumatologen betreuten RA-Patienten ersichtlich, als auch der Erfolg einer qualitätsorientierten Untersuchung und Leitlinien-orientierten Behandlung, fasste Schuch zusammen.
Auch KV Bayern wünscht sich Fortsetzung des Projektes
Angesichts der guten Erfolge ist es in besonderem Maße bedauerlich, dass dieses Qualitätsprojekt zum 31.12.2011 beendet wurde und nicht mehr von den bayerischen gesetzlichen Krankenkassen gefördert wird, betonte Schuch. Aus Sicht des BDRh wird von den Krankenkassen in Bayern damit eine wichtige Chance vergeben, die Versorgung von Patienten mit RA nachhaltig und nachweislich zu verbessern. Denn nur durch eine frühzeitige Diagnostik und Therapie können die gesundheitlichen Beschwerden von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, die mit Schmerzen und Behinderung und allgemein einer hohen Morbidtät und Mortalität einhergehen, nachhaltig verbessert werden.
Auch die KV Bayern unterstützt und wünscht eine Fortsetzung dieses Qualitätsprojektes. Schließlich könnte mit einer ergänzenden, IT-gestützten Erfassung der medikamentösen Behandlung nicht nur eine hoch effektive und zeitnahe Versorgungsforschung betrieben werden. Dies böte auch die Möglichkeit, zeitnah optimale Behandlungsmöglichkeiten herauszufiltern und damit ein lernendes System zum Nutzen der Patientenversorgung zu etablieren.

