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Gelenkprogression von Inflammation entkoppeln
Bislang war klar davon ausgegangen worden, dass das Ausmaß und das Fortschreiten der Gelenkprogression bei Rheumatoider Arthritis (RA) im Wesentlichen auf die Stärke der Inflammation zurückzuführen ist. Allerdings konnten TNF-Blocker in Kombination mit Methotrexat (MTX) die radiologische Progression der Gelenkschäden trotz weiter aktiver Erkrankung reduzieren können.Jetzt untersuchten österreichische Rheumatologen um Josef S. Smolen, Wien, anhand von 1-Jahres-Daten der LITHE-Studie, ob die IL-6-Inhibition durch Tocilizumab bei Patienten mit aktiver RA trotz MTX neben der Krankheitsaktivität auch die Hemmung der Gelenkzerstörung positiv beeinflusst.
Unter Tocilizumab plus MTX waren die Veränderungen im Total Genant-modified Sharp-Score (TGSS) nach 12 Monaten geringer als mit der MTX-Monotherapie (0,29 vs. 0,90, p=0,0007). In der MTX-Gruppe bestand eine signifikante Korrelation zwischen den Veränderungen im TGSS und den Basiswerten für SDAI (r=0,18, p=0,047) und SJC28 (r=0,22, p=0,019) sowie im Trend für den CRP-Wert. Vergleichbare Korrelationen wurden zwischen SDAI, CDAI und DAS28 mit radiologischen Veränderungen im Verlauf der 12 Monate gefunden (r=0,26-0,28, p=0,002-0,006). Hingegen zeigte unter Tocilizumab plus MTX keiner der Parameter eine signifikante Korrelation mit der radiologischen Gelenkprogression. Die Progression des TGSS (0,4 vs. 0,2), des Erosions- und Joint Space Narrowing (JSN)-Scores war unabhängig von der Therapie bei Patienten mit Remission oder niedriger Krankheitsaktivität vergleichbar. Bei Patienten mit moderater oder hoher Krankheitsaktivität war unter MTX alleine die radiologische Progression im TGSS hingegen signifikant größer (1,2 vs. 0,4, p=0,0009).
Das in LITHE unter Tocilizumab plus MTX verringerte Fortschreiten der Gelenkschädigung unabhängig vom Einfluss dieser Kombination auf die Krankheitsaktivität war bislang nur für TNF-Blocker beschrieben worden. Nach Ansicht der Autoren kann mit der IL-6-Inhibition im Vergleich zu anderen Biologika eine besonders starke Hemmung der Gelenkprogression bei RA erzielt werden.
Quelle: Ann Rheum Dis 2012; doi:10.1136/annrheumdis-2011-200395

