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Neue Studiendaten zu Tofacitinib
Nach wie vor gestaltet sich die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittener Rheumatoider Arthritis (RA), die bereits auf einen oder mehrere TNF-Blocker nicht angesprochen haben als schwierig. Der orale Janus Kinase (JAK)-3-Inhibitor Tofacitinib zeigte jetzt in Kombination mit Methotrexat (MTX) in einer von Prof. Dr. Gerd-Rüdiger Burmester, Berlin, und internationalen Kollegen vorgestellten Phase III-Studie im Vergleich zu Placebo eine gute Effektivität bei dieser Patientengruppe (ACR 2011, Abstr. #718).Insgesamt 399 Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 55 Jahren und einer Krankheitsdauer von 12 Jahren wurden in die Studie eingeschlossen. Alle hatten zuvor auf mindestens einen TNF-Inhibitor nicht angesprochen oder diesen nicht toleriert.
Dass es sich um therapieschwierige Patienten handelte wird dadurch unterstrichen, dass bei 53 % ein Versagen auf zwei TNF-Blocker dokumentiert war, 42 % hatten sogar bereits drei Anti-TNF-Therapien erhalten. Auch das Ansprechen auf im Durchschnitt vier zuvor gegebene DMARDs war unzureichend. Zu Studienbeginn wiesen die Teilnehmer durchschnittlich 27 schmerzhafte und 16 geschwollene Gelenke sowie einen HAQ-Score von im Mittel 1,5 auf.
Phase III-Studie: TNF-refraktäre Patienten im Fokus
Im Ergebnis erreichten in Kombination mit MTX nach drei Monaten 48,2 % der Patienten unter Tofacitinib 2x 10 mg/Tag den primären Endpunkt eines ACR20-Ansprechens sowie 41,7 % jener Patienten mit einer niedrigeren Dosierung des JAK-3-Inhibitors (2x 5 mg/Tag) im Vergleich zu 24,4 % unter Placebo (p<0,0001 bzw. p<0,05). Die durchschnittliche Veränderung im HAQ-DI-Score betrug nach drei Monaten in den drei Gruppen -46 % bzw. -43 % sowie -18 % unter Placebo (je p<0,0001). Ein ACR50-Ansprechen erreichten zu diesem Zeitpunkt 28 %, 27 % und 8 % der Patienten (je p<0,0001).
In Remission (DAS28-4 ESR <2,6) befanden sich 11 bzw. 7 % (je p<0,05) der Patienten unter der höheren und niedrigeren Tofacitinib-Dosierung (unter Placebo 2 %), was in Anbetracht des hohen DAS28 zu Baseline und der langen Krankheitsdauer als sehr positiv zu bewerten ist.
Nach drei Monaten erhielten auch die initial auf Placebo randomisierten Patienten die aktive Behandlung. Nach sechs Monaten erreichten schließlich 55 und 52 % der Teilnehmer – einschließlich jener aus der früheren Placebogruppe – unter der hohen bzw. niedrigen Tofacitinib-Dosis ein ACR20-Ansprechen. Positive Daten wurden auch für das ACR50- (30 bzw. 37 %) und ACR70-Ansprechen (je 16 %) dokumentiert. Die DAS28-Remisionsraten unter Tofacitinib betrugen nach sechs Monaten 16 bzw. 11 %, die Veränderungen im HAQ-DI -50 und -51 %.
Gutes Nutzen/Risiko-Profil
Unerwünschte Ereignisse traten bei 53 respektive 57% der Patienten in den Tofacitinib-Gruppen mit niedriger bzw. höherer Dosierung auf. Die Mehrzahl dieser Ereignisse – vor allem Infektionen und Infestationen – verliefen mild. In beiden Tofacitinib-Armen wurden nach drei Monaten jeweils 1,5 % schwere unerwünschte Ereignisse verzeichnet, unter Placebo waren es 4,5 %.
Ein auf eine Lungenembolie zurückzuführender Todesfall einer 51-jährigen Frau mit Hypertonie unter der höheren Tofacitinib-Dosierung ist laut Burmester unabhängig von der Prüfmedikation zu sehen und steht vermutlich im Zusammenhang mit einer Hormonersatztherapie (HRT). Ein Studienabbruch aufgrund unerwünschter Ereignisse erfolgte unter Tofacitinib bei 9 (5 mg) und 10 % (10 mg) der Patienten, in der Placebogruppe betrug diese Rate 5 %.
Nach Einschätzung der Studienautoren führt der oral zu verabreichende JAK-3-Inhibitor Tofacitinib in dieser umfangreich vorbehandelten refraktären Patientengruppe mit langer Krankheitsdauer zu einer signifikant und klinisch relevanten Verbesserung der RA-Symptome, der physischen Funktion und der Krankheitsaktivität. Das Ansprechen auf die Therapie erfolgte laut Burmester rasch und ist in dieser Hinsicht vergleichbar mit jenem auf TNF-Blocker.

