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Prädiktoren für frühe Biologika-Therapie
Die wichtigsten Absichten der neuen ACR/EULAR-Klassifikationskriterien für RA bestehen nach Prof. Dr. Matthias Schneider, Düsseldorf, in der Ermöglichung einer früheren Diagnosestellung bei undifferenzierter Arthritis und einer hierdurch rasch einzuleitenden adäquaten Therapie zur Verhinderung bzw. Minimierung von dauerhaft einschränkenden Gelenkschädigungen.Ist die Diagnose einer frühen RA von einem Rheumatologen gesichert, gilt es entsprechend den internationalen Leitlinien von ACR und EULAR sowie den diesbezüglichen deutschen Therapieempfehlungen möglichst schnell eine DMARD-Therapie mit in der Regel Methotrexat (MTX) einzuleiten. Jedoch sprechen hierauf nicht alle Patienten ausreichend an und es besteht bereits im ersten Jahr der Erkrankung die Gefahr eine rasche radiologische Progression mit irreversiblen strukturellen Schädigungen zu erleiden. Laut Schneider erarbeitete jetzt eine französische Arbeitsgruppe anhand von Daten der ESPOIR-Kohorte mit 813 Patienten mit früher RA (<6 Monate) eine Matrix zur Prädiktion von Faktoren, die ein DMARD-Versagen wahrscheinlich machen und für eine frühe aggressive Therapie mit einem TNF-Blocker plus MTX sprechen (ACR 2011; #353). Eine rasche radiologische Progression trotz DMARD-Therapie mit MTX oder Leflunomid war als ein Anstieg des Sharp/van der Heijde-Scores (vSHS) um ³5 Punkte binnen eines Jahres definiert, was bei 11,6 % der Patienten dieser Kohorte der Fall war.
Im Ergebnis waren, wie Schneider weiter ausführte, eine hohe Anzahl geschwollener Gelenke (SJC), ein hoher CRP-Wert, ACPA- und Rheumafaktor (RF)-Positivität sowie bereits bestehende RA-typische Gelenkerosionen – vor allem natürlich in Kombination – prädiktiv für eine frühe radiologische Progression. Es wird abzuwarten sein, inwieweit diese noch zu bestätigenden und weiter auszubauenden Befunde ihren Niederschlag in künftigen Therapiealgorithmen zur frühen RA finden werden, wenngleich bereits heute bei Risikopatienten die Möglichkeit besteht, nach unzureichendem MTX-Ansprechen ohne den Schritt einer DMARD-Kombination zusätzlich einen TNF-Blocker einzusetzen.
Quelle: Symposium „Neue diagnostische Kriterien in der Rheumatologie“, DGIM-Kongress, Wiesbaden, 17. April 2012

