AMBULANTE SPEZIALFACHÄRZTLICHE VERSORGUNG

Bestandsaufnahme der ASV: Forschungsprojekt soll Verbesserungsbedarf aufzeigen

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) wurde 2012 eingeführt, um eine sektorenübergreifende sowie interdisziplinäre Versorgungsform für die Behandlung von Patienten mit besonderen Krankheitsverläufen oder mit seltenen Erkrankungen zu schaffen. Seitdem wurden verschiedene Indikationen vom Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) für die ASV zugelassen. Seit April 2018 können auch die Rheumatologen an der sektorenübergreifenden Versorgung teilnehmen. Inzwischen haben sich deutschlandweit bereits 25 ASV-Teams für die Rheumatologie bei Erwachsenen gebildet.

Allerdings zeigt sich, dass die Umsetzung der ASV teils nur schleppend vorangeht und die Potenziale nicht ausreichend genutzt werden. Um die Gründe zu identifizieren und geeignete Verbesserungsvorschläge abzuleiten, hat der Innovationsfonds zur Evaluation der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung aufgerufen. Dies wird seit Beginn dieses Jahres in einem zweijährigen Versorgungsforschungsprojekt „Generelle, alle ASV-IndikatiOnen übergreifende EvALuation und Weiterentwicklung der ASV-RL (§ 116b SGB V)“, kurz GOAL-ASV, analysiert. 

Ziele von GOAL-ASV in der Übersicht 

Ziele des Projektes sind die Aufarbeitung des aktuellen Stands der ASV-Umsetzung, die Beurteilung der Teilnahmebereitschaft der Leistungserbringer sowie die Identifzierung von Umsetzungsproblemen und -hürden. Außerdem sollen die Auswirkungen der ASV auf die Patientenversorgung, wie beispielsweise der Zusatznutzen im Vergleich zur Regelversorgung, beschrieben werden. Hierzu werden einerseits quantitative Daten der ASV-Servicestelle sowie die Routinedaten der gesetzlichen Krankenkassen analysiert. 

Andererseits werden mittels Online-Befragungen, Interviews und Expertenworkshops sowohl die Arztpraxen und Krankenhäuser als auch die Patienten zu ihren Erfahrungen mit der ASV befragt. Demnächst wird daher allen ASV-Teamleitern eine Einladung zur Teilnahme an einer Befragung zur ASV zugesendet. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt, um eine bessere Umsetzung und Etablierung der ASV zu ermöglichen. Das Projekt GOAL-ASV (Förderkennzeichen 01VSF19002) wird von einem Konsortium, bestehend aus dem Institut für Gesundheit und Soziales (ifgs), der FOM Hochschule für Oekonomie & Management (Projektleitung), dem Leibnitz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS), dem Wissenschaftlichen Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) sowie dem Bundesverband ambulante spezialfachärztliche Versorgung (BV ASV) gemeinsam mit weiteren betroffenen Berufsverbänden und Selbsthilfegruppen umgesetzt. Auch der BDRh ist als Kooperationspartner in das Projekt eingebunden.            

Laura Bredow,
Sonja Froschauer