UMSTELLUNG VON RHEUMADOK AUF RHEMIT

Praktische Erfahrungen einer Praxis

Dr. Silke Zinke

Dr. Silke Zinke

Seit 15 Jahren arbeite ich mit RheumaDok. 2005 habe ich mich niedergelassen. Damals suchte ich eine Software, die mich unterstützt, verschiedene Scores, die auch seit 2005 EBM-relevant sind (Abrechnung 13701), effektiv zu erheben und diese dann auch leitliniengerecht einfach einsetzen zu können. Meine klinische Tätigkeit wurde durch RheumaDok sehr unterstützt. RheumaDok wurde in den letzten 15 Jahren kontinuierlich erweitert, wurde als Plattform für die Kerndokumentation, sowie für Selektivverträge und Innovationsfondprojekte genutzt und war ein treuer Begleiter.

Aufgrund neuer Anforderungen an eine moderne Software hat sich der BDRh für eine Umstellung auf ein neues Programm „RheMIT“ entschieden. Die Software ist seit Januar 2020 verfügbar, seit Anfang April können die Daten aus RheumaDok übernommen werden. Unserer Praxis war es wichtig, dass wir schnell (von einem Tag auf den anderen) mit RheMIT weiterarbeiten können, keinen Datenverlust haben und auch die Teilnahme an den Selektivverträgen ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann.

Wir konnten RheMIT ohne große Probleme auf unsere Praxiscomputer, beginnend mit dem Server, installieren, zuvor hatten wir einen Aktivierungscode (bei uns 1 Lizenz) per Formular auf www.rhemit.de  angefordert. Man sollte etwas Zeit einplanen. Für 8 Computer haben wir ca. 1,5-2 Stunden benötigt. 

Die Datenübernahme aus RheumaDok war dann wirklich einfach. Da wir RheMIT schon vor einigen Wochen installiert hatten, benötigten wir ein Update, dass bei Inbetriebnahme von RheMIT automatisch geladen wurde. Unsere Computer sind alle ans Internet angeschlossen, weshalb wir die automatische Updatefunktion gewählt hatten. Im Administratormenü (obere Zeile) gab es dann einen rot hinterlegten Punkt „RheumaDok“. Nach Bestätigung der Datenübernahme, wurde die Datei im Dateimanager angeboten, und musste nur angeklickt werden. 

Die Übernahme von ca. 5.400 Datensätzen dauerte 1-2 Stunden. Wir haben es außerhalb des regulativen Praxisbetriebs ausgeführt, die Datenübernahme konnte von jedem Computer gestartet werden. Das war sehr praktisch. Ich konnte die Übernahme anstoßen und trotzdem an meinem Arbeitsplatz weiterarbeiten. In RheMIT habe ich mich sehr schnell eingearbeitet, auch spielerisch am Abend über meinen Heimarbeitsplatz. 

An dieser Stelle nur ein paar Informationen: Suchen sie Ihren Patienten über Öffnen (Zeile oben). In der linken Spalte steht oben der Patient, darunter:  Feste Daten, Verlaufskontrolle, Labordaten. Wenn der Cursor auf dem Patienten ist, kann man Basisdaten wie Name, ID, Adresse usw. und die eingeschriebenen Verträge sehen. Unter „Feste Daten“ stehen Stammdaten wie u. a. Diagnose und die eingeschriebenen Verträge. Unter Verlaufskontrollen können alle vergangenen Visiten eingesehen werden, durch Hinzufügen (oben) wird die aktuelle Visite hinzugefügt. Das Datum kann, wenn nötig, leicht verändert werden.

Zunächst fand ich es etwas mühsam, aber noch zwei wichtige Hinweise haben mir die Arbeit sehr erleichtert: 1. Die Aktivitätsscores für RA werden durch verschiedene Informationen errechnet, dass erkennen Sie schnell, der Gelenkbogen unter „Bögen und Scores“ enthält das vertraute Männchen. 2. Wenn sich Daten nicht ändern, z. B. Medikation in Selektivverträgen, kann mit der linken Maustaste der Feldinhalt einfach in die aktuelle Visite gezogen werden. Dadurch wir die Dokumentation sehr effektiv.

Es lohnt sich, sich etwas Zeit zu nehmen und die RFAs und MFAs einzuarbeiten. 2-3 Tage zur Neueinführung benötigt man für einen einigermaßen reibungslosen Ablauf, natürlich dauert alles etwas länger, bis die volle Routine da ist. Allerdings sind wir positiv überrascht, wie schnell wir sicherer werden. Wer noch mehr möchte: Es wird eine kostenpflichtige Vollversion geben, mit vielen Extras (Arztbrief, Befunde einscannen etc.).

RheMIT zu installieren und zu nutzen, ist auch eine Investition in die Zukunft. Je mehr Projekte, Studien, Kohorten über RheMIT initiiert werden, je effektiver gestaltet sich das Arbeiten durch Vermeidung doppelter Dokumentation. Unsere Praxis nimmt an vielen Studien/Kohorten teil, wir freuen uns auf die Zukunft. 


Dr. Silke Zinke
Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie
1. Vorsitzende des BDRh