VERHO-PROJEKT

VERhO – eine Zwischenbilanz 

VERhO – Rheuma-Therapie im Dialog

VERhO – Rheuma-Therapie im Dialog

Kurz vor dem BDRh-Kongress und nach eineinhalb Jahren Förderlaufzeit lohnt sich eine Zwischenbilanz zum Innovationsfondsprojekt VERhO. Einiges konnte bisher bewegt werden, aber das Ziel ist noch lange nicht erreicht.

VERhO wird durch den Innovationsfonds als Projekt im Bereich der „Neuen Versorgungsformen“ gefördert. Der Förderzeitraum begann zum 1.10.2017 mit den formalen Vorarbeiten, wie Ausarbeitung der Verträge und Teilnahmeunterlagen. Seit dem 1.7.2018 können Patienten in VERhO eingeschrieben werden. Aktuell sind 416 Versicherte und 63 Ärzte in VERhO eingeschrieben (Stand 11.3.2019). Mit der Verlängerung der Rekrutierungszeit bis 31.12.2019 kommen laufend weitere Ärzte dazu. Spannend werden die Zahlen für das Q1-2019 sein. 

Derzeit kommen Versicherte von 15 Krankenkassen, die zusammen ein Viertel aller GKV-Patienten abdecken, für die Teilnahme in Frage. Die Teilnahme einer weiteren großen Krankenkasse mit einem Marktanteil von sechs Prozent der gesetzlich Versicherten wird gerade vorbereitet. 

Grund für die Verlängerung der Rekrutierungszeit war die Tatsache, dass die Patientenzahlen noch hinter den Erwartungen zurückblieben. 

Ein möglicher Grund, als Rheumatologe eine Teilnahme an VERhO abzuwägen, kann unter anderem eine unterschiedliche Auffassung zu den Vor- und Nachteilen einer Deeskalation sein. In VERhO soll gerade dieser Frage, „welche Vorteile bringt die Deeskalation für unsere Patienten im Vergleich zu einer gleichbleibend hohen Immunsuppression, bestehen anhaltende Nachteile?“, mit einer möglichst großen Patientenzahl und einer Vielzahl von Assessment-Parametern einschließlich der Bildgebung (Gelenksonografie/ MRT) und der Erfassung von Nebenwirkungen nachgegangen werden. 

Ein wichtiges Ziel des VERhO-Projekts ist es, nur so viel an immunsuppressiv wirksamen Medikamenten zu geben, wie für den Erhalt einer stabilen Remission nötig ist. Stellt sich unter einer Medikamentenreduktion eines DMARDs eine Aktivitätszunahme, ein Flare ein, soll auf die zuletzt optimal wirksame Behandlung zurückgegangen werden.

VERhO ist ein Versorgungsprojekt, das in diesem Umfang ohne eine Förderung über den Innovationsfonds nicht denkbar wäre. Wir erwarten nach Abschluss valide Daten über verschiedene Deeskalationsstrategien bei verschiedenen Biologika und JAK-Inhibitoren ebenso wie vergleichende Daten über Nebenwirkungen, über die Bildgebung, den Verlauf von Synovitis und Erosionen in der Kontrollgruppe und der Deeskalationsgruppe. 

Die intensive Betreuung im Rahmen des Projekts ist bereits heute ein Gewinn für die beteiligten Patienten. Die attraktive Vergütung, die den Behandlungs-, Organisations- und Verwaltungsaufwand deckt, sollte für jeden Rheumatologen neben den genannten Zielen des Projekts, ein Anreiz zur Teilnahme sein.         

Dr. med. Edmund Edelmann
und das VERhO-Projektteam