Calcineurin-Inhibitor Voclosporin erfolgreich in Phase-III-Studie AURORA getestet

Positive Daten der Phase-II-Studie AURA-LV hatten bereits angedeutet, dass der neue, hochpotente CNI Voclosporin, der ein vorteilhaftes metabolisches Profil aufweist und eine konsistente Dosis-Wirkungs-Beziehung zeigt, bei aktiver LN gut wirksam ist. Jedoch zeigte sich eine erhöhte Mortalität. Auf dem 12. European Lupus Meeting wurden jetzt die Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie AURORA zur Effektivität und Sicherheit von Voclosporin plus MMF (2 g/Tag) gegenüber Placebo plus MMF bei raschem Tapering oraler Steroide von Yoe Kie Onno Teng, Leiden (Niederlande), vorgestellt.

In die AURORA-Studie wurden 357 erwachsene Patienten mit aktiver LN eingeschlossen. Haupteinschlusskriterien waren eine bioptisch gesicherte LN (Klasse III, IV, V) sowie eine Proteinurie von >1,5 mg/mg oder >2 mg/mg für Klasse V-Patienten. Primärer Endpunkt war ein renales Ansprechen (RR) in Woche 52, definiert als Protein-Kreatinin-Verhältnis im Urin (UPCR) von ≤0,5 mg/mg, eGFR ≥60 ml/min. oder keine bestätigte eGFR-Abnahme >20 % ab Baseline, stabile Einnahme niedrig-dosierter Steroide und keine Rescue-Medikation.

Den primären Endpunkt eines RR in Woche 52 erreichten 40,8 % der Patienten unter der Zusatztherapie mit Voclosporin gegenüber 22,5 % der Placebogruppe (Odds ratio, OR 2,65; 95% KI 1,64-4,27; p<0,001). Signifikant häufiger erreichten die mit Voclosporin behandelten LN-Patienten auch die prä-spezifizierten hierarchischen sekundären Endpunkte wie eine RR in Woche 24 (32,4 vs. 19,7 %, OR 2,23; p=0,002), ein partielles renales Ansprechen (PRR) in Woche 24 (70,4 vs. 50,0 %, OR 2,43; p<0,001) und Woche 52 (69,8 vs. 51,7 %; OR 2,26; p<0,001), der Zeit bis zum Erreichen eines UPCR ≤0,5 mg/mg (Hazard ratio, HR 2,02; p<0,001) und Zeit bis zu einer Reduktion des UPCR um 50 % (HR 2,05; p<0,001). 

Der Wirksamkeitsvorteil von Voclosporin im RR erstreckte sich auch über prä-spezifizierte Biospie-Subgruppen, so für die reine Klasse V LN (OR 2,74) und Klasse III/IV allein oder in Kombination mit Klasse V-Patienten (OR 2,63). Selbiges galt auch für alle prä-spezifizierten Subgruppenanalysen (Alter, Geschlecht, Ethnizität, Region, vorherige MMF-Einnahme). 

Die Inzidenz schwerer unerwünschter Ereignisse war mit 20,8 vs. 21,3 % in beiden Armen vergleichbar, am häufigsten waren Infektionen (10,1 vs. 11,2 %). Die Gesamtmortalität war gering mit 1 Fall unter Voclosporin und 5 Fällen im Placeboarm. Unter Verum kam es zu keiner signifikanten Abnahme der eGFR oder einem Anstieg von Blutdruck, Lipiden oder Glukose bis Woche 52. 

Die Zusatztherapie mit Voclosporin bot somit eine überlegene Wirksamkeit gegenüber der Standardtherapie mit MMF bei Patienten mit aktiver LN. Der Weg zur Zulassung scheint also gebahnt, die Vollpublikation und die 104-Wochen-Daten werden ein klareres Bild liefern.

Ausblick

Jenseits von Voclosporin haben eine Reihe weiterer Medikamente gute Aussichten, künftig das Therapiespektrum bei LN zu bereichern. Neben Belimumab, das mit gutem Erfolg in der Phase-III-Studie BLISS-LN geprüft wurde, könnte künftig auch der neue Anti-CD20-Antiköper Obinutuzumab, quasi ein Rituximab der zweiten Generation, eine Rolle spielen. 

Quelle: Lupus Sci Med 2020; 7(Suppl1): A14