ANCA-ASSOZIIERTE VASKULITIDEN

Längere Erhaltungstherapie mit Rituximab hilfreich

Auch wenn Rituximab beim Remissionserhalt von Patienten mit ANCA-assoziierten Vaskulitiden (AAV) nicht die erste Wahl in der DGRh-Leitlinie ist, wird es doch recht häufig anstelle von Methotrexat oder Azathioprin genutzt, zumal die MAINRITSAN 1-Studie in dieser Situation Vorteile von Rituximab gegenüber Azathioprin aufgezeigt hatte. Französische Rheumatologen um Loic Guillevin, Paris, untersuchten nun in der randomisierten, kontrollierten MAINRITSAN 3-Studie die Effektivität einer verlängerten remissionserhaltenden Therapie mit halbjährlichen Rituximab-Infusionen nach einer vorherigen Standard-Remissionsinduktion bei Patienten mit Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) oder mikroskopischer Polyangiitis (MPA). 

In die Studie wurden zwischen 2015 und 2016 an 39 französischen Zentren 97 Patienten (mittleres Alter 63,9 Jahre, 35 % Frauen, 68 mit GPA und 29 mit MPA) eingeschlossen, die nach einer ersten, 18-monatigen Phase mit einer Rituximab-Erhaltungstherapie zur Schubprävention (4 Infusionen über 18 Monate) weiterhin in einer vollständigen Remission erreicht waren. Diese wurden im Verhältnis 1:1 auf einer Fortsetzung mit Rituximab (n=50) oder Placebo (n=47) randomisiert. 

Primärer Endpunkt war das Rezidiv-freie Überleben in Monat 28, wobei ein Rezidiv als Wiederkehr der Symptomatik oder Verschlechterung der Erkrankung mit einem Birmingham Vasculitis Activity Score (BVAS) >0 definiert war. 

Ein Rezidiv-freies Überleben in Monat 28 erreichten 96 % der Patienten unter Rituximab und 74 % unter Placebo, die absolute Differenz von 22 Prozentpunkten war signifikant (Hazard ratio, HR 7,5, 95% KI 1,67-33,7; p=0,008). Bei einer separaten Analyse der Verhinderung schwerer Rezidive in Monat 28 war die fortgeführte Rituximab-Therapie Placebo mit 100 vs. 87 % ebenfalls signifikant überlegen (p=0,009). Zu ≥1 schweren unerwünschten Ereignis kam es bei 12 Patienten (24 %) unter Rituximab (9 schwere Infektionen bei 6 Patienten [12 %]) gegenüber 14 Patienten (30 %) im Placeboarm (6 schwere Infektionen bei 4 Patienten [9 %]). Es wurden keine Todesfälle verzeichnet. 

Eine über 18 Monate hinaus verlängerte, 2x jährliche Rituximab-Therapie war somit bei akzeptabler Sicherheit mit einer geringeren Inzidenz von AAV-Rezidiven verbunden.         

Quelle: Ann Intern Med 2020; doi: 10.7326/M19-3827