RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Remissionsinduktion: DINORA-Studie im Fokus

Bei Patienten mit entzündlicher Arthritis (EA) stellt sich die Frage, inwieweit mit einer frühen, aggressiven Therapiestrategie die Progression zur rheumatoiden Arthritis (RA) unterbunden oder zumindest verzögert werden kann. Eine europäische Studiengruppe um Josef S. Smolen, Wien (Österreich), untersuchte jetzt in der „Investigator-initiated“ randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten und multizentrischen DINORA-Studie die Wirksamkeit einer sofortigen Induktionstherapie mit dem TNFα-Antikörper Infliximab plus Methotrexat (MTX) im Vergleich zu einer MTX-Monotherapie sowie Placebo bei Patienten mit einer sehr frühen entzündlichen Arthritis.

In die Pilotstudie wurden im Verhältnis 2:2:1 insgesamt 90 frühe EA-Patienten mit einer 12-wöchigen Synovitis in mindestens zwei Gelenken randomisiert entweder einer 12-monatigen Behandlung mit Infliximab in Kombination mit MTX, einer MTX-Monotherapie oder Placebo-Therapie unterzogen. Primärer Endpunkt war eine klinische Remission nach 12 Monaten (aufrechterhalten über mindestens zwei konsekutive Visiten im Abstand von acht Wochen) mit Remission definiert als keine geschwollene Gelenke (SJC=0), 0-2 druckschmerzhafte Gelenke (TJC) und Akute-Phase-Reaktanten (CRP oder BSG) im Normbereich.

In Woche 54 erreichten 32 % der Patienten unter der Kombinationstherapie mit Infliximab plus MTX den primären Endpunkt einer anhaltenden Remission im Vergleich zu 14 % unter MTX alleine sowie 0 % unter Placebo. Diese Differenz (p<0,05 über alle drei Gruppen hinweg) war statistisch signifikant für Infliximab plus MTX versus Placebo (p<0,05), nicht hingegen für Infliximab plus MTX im Vergleich zur MTX-Monotherapie (p= 0,10), oder für MTX alleine im Vergleich zu Placebo (p=0,31). Eine Medikamenten-freie Remission während des zweiten Jahres wurde aufrechterhalten bei 75 % der Infliximab/MTX-Patienten gegenüber 20 % der Patienten unter der ursprünglichen MTX-Monotherapie. Die Ergebnisse der DINORA-Studie weisen laut den Autoren darauf hin, dass Patienten mit früher entzündlicher Arthritis von einer aggressiven Induktionstherapie mit einem TNFα-Inhibitor plus MTX im Vergleich zu MTX alleine profitieren können und auf diese Weise die Krankheitsprogression positiv beeinflusst werden kann. Wünschenswert wäre aber eine noch genauere Charakterisierung jener EA-Patienten, für die ein solcher Ansatz tatsächlich sinnvoll ist.                                   

Quelle: Arthritis Res Ther 2018; 20(1): 174