Preisverleihungen auf dem DGRh-Kongress 2018

Kussmaul-Medaille geht an Arbeitsgruppe Kerndokumentation

DGRh-Kongress: Kussmaul-Medaille geht an Arbeitsgruppe Kerndokumentation

Für die langjährige Erfassung und Analyse der Behandlungsdaten von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erhielt das Team Kerndokumentation des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums (DRFZ) im Rahmen der Eröffnung des 46. DGRh-Kongresses am 19. September 2018 in Mannheim die Kussmaul-Medaille 2018.

Seit 1993, also 25 Jahren, widmet sich die bundesweite Kerndokumentation der Regionalen Kooperativen Rheumazentren dem Ziel, die Gesundheitsversorgung und Lebensqualität rheumakranker Menschen zu verbessern. Sie liefert aktuelle Daten, Auswertungen und Berichte für die Versorgungsplanung und die Analyse von Mängeln. Und sie erstellt auch regelmäßig Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. 

„Der langfristig und konsequent erhobene Datenschatz erlaubt nicht nur regionale Bedarfsanalysen“, betonte Laudator Prof. Dr. Christof Specker, Vorstandsmitglied der DGRh aus Essen. Aktuell bringen 16 Kliniken und Praxen regelmäßig ihre Daten zu rund 15.000 Patienten in das Projekt ein. Dem Team Kerndokumentation gehören (im Bild von li. nach re.) aktuell an: Gregor Förster (medizinischer Dokumentar), Katja Thiele (medizinische Dokumentarin), Dr. Johanna Callhoff (Statistikerin), Prof. Dr. Angela Zink (Epidemiologin am DRFZ), Dr. Katinka Albrecht (Ärztin, Teamleitung) und Sascha Bischoff (medizinischer Dokumentar).
     

Hans Hench-Preis: Depressionen im Fokus

Die axiale Spondyloarthritis (axSpA) geht mit einem erhöhten Risiko für depressive Symptomen einher, wie eine 2018 online in den Annals of Rheumatic Diseases publizierte Studie von Imke Redeker und Kollegen zeigte, für die die Berliner Statistikerin den Hans-Hench-Preis für Rehabilitations- und Versorgungsforschung 2018 erhielt. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde auf dem 46. DGRh-Kongress verliehen. 

Gemeinsam mit ihren Berliner Kollegen hatte Redeker das psychische Wohlbefinden von Patienten mit axSpA mithilfe eines geprüften Screening-Instruments (WHO-5) untersucht. Sie werteten die Fragebögen von 1.736 Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen aus. Daraus ergab sich, dass der Anteil von axSpA-Patienten mit depressiven Symptomen hoch ist: Nur 42 % der Personen bezeichneten ihr Wohlbefinden als gut. 28 % äußerten leichte, 31 % sogar mittlere bis schwere depressive Symptome. „Besonders bemerkenswert ist, dass axSpA-Patienten im mittleren Alter, also zwischen 40 und 59 Jahren, die höchste Prävalenz depressiver Symptome zeigten“, so Imke Redeker. Stress und wenig Bewegung könnten dies gepaart mit dem Einfluss der Krankheit erklären. Gerade axSpA-Patienten dieser Altersgruppe sollten daher auf depressive Symptome gescreent werden. Es gilt, Depressionen verstärkt in zukünftige axSpA-Therapiekonzepte einzubeziehen.
 

Ideenwettbewerb 2018: Rheuma und Neuropathien  

In diesem Jahr feierte die Deutsche Rheumastiftung ihr 10-jähriges Jubiläum. Seit sieben Jahren schreibt sie den „Ideenwettbewerb“ aus, der innovative Forschungsideen fördert. Die Preisverleihung 2018 bildete den Auftakt zum Jubiläumssymposium, das am 21. September im Rahmen des 46. DGRh-Kongresses in Mannheim stattfand. Fachlicher Schwerpunkt war die Erforschung der Zusammenhänge von Neuropathien und entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. 

Die Deutsche Rheumastiftung zeichnete den Assistenzarzt Vincent Casteleyn von der Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie Berliner Charité als Gewinner des mit 2.500 Euro dotierten Preises „Ideenwettbewerb 2018“ für seine Idee aus, diese Zusammenhänge systematisch zu erforschen. Im Fokus stehen dabei neuropathische Schäden in Verbindung mit Vaskulitiden. Anhand der Gewebeanalyse von Nervenproben sollen prognostische Biomarker identifiziert und optimierte, standardisierte Therapieformen für Vaskulitis-bedingte Nervenschäden entwickelt werden.